Der Spielplatz

Ich für meinen Teil gehe gerne auf den Spielplatz.

Klar, früher war das anders, wobei, GANZ früher war es natürlich genau so, aber ich schweife ab…

16ZentralspielplatzSallenwaeldchen

So viel Sand…Mit meiner Tochter macht es einfach viel zu viel Spass auf den Spielplatz zu gehen. Man kann schaukeln, klettern, rutschen, Papa mit Sand bewerfen, anderen Kindern beim Bauen helfen, Blätter, Sand und Steine essen, von der Schaukel fallen, am Drehkreuz so lange “schneller” rufen bis man runterfällt und (wieder Mal) Sand isst, mit fremden Hunden spielen, und all das, ohne gesagt zu bekommen, dass man etwas nicht darf, nicht kann oder sein lassen muss.

Und wenn man es richtig anstellt, kriegt man sogar Papa oder Mama dazu im Sand zu liegen und dreckig zu werden.

Es sei denn…

Nun ja. Klar, wir alle haben unsere Smartphones, Handys, Tablets, manche bringen (angeblich) sogar einen Laptop mit auf den Spielplatz. Übertrieben, Risikoreich, aber hey… nicht mein Geld. Aber wenn man auf den Spielplatz geht, dann doch eigentlich, um mit seinem Kind zu spielen, oder nicht? Oder bin ich wirklich der einzige, der aktiv mit seinem kind auf den Spielplatz geht?

Jedes Mal, wenn ich mit unserem Fohlen auf einem Spielplatz bin schaue ich mich um, um andere Eltern zu beobachten (wenn ich die Zeit dazu habe, heisst das), und ich sehe es immer und immer wieder: Mama oder Papa sitzen teilnahmslos auf einer Bank, den Blick fixiert auf eine Zeitung, einen Bildschirm oder manchmal auch nur leere Luft, Körperhaltung und Gesichtsausdruck sagen “ich wäre am liebsten nicht hier”, und wenn das Kind mal ruft “MAMA GUCK MAL WAS ICH KANN!” kommt ein leise gemurmeltes “toll, Schatz” ohne den Blick auch nur einen Millimeter vom Fixpunkt wegzubewegen.

Ungefähr so schauen Eltern auf Spielplätzen aus

Ungefähr so schauen Eltern auf Spielplätzen aus

Sind wir wirklich so weit, dass unsere Kinder uns total egal sind? Ich meine, ich will nicht sagen, dass wir uns zurückentwickeln sollen. Klar, mir gefällt das mit den Smartphones statt Sprechen auch nicht, aber etwas ähnliches war damals zu sehen mit Handy statt Festnetz, oder SMS statt Gespräch. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, und das soll sie auch – wir müssen lernen damit umzugehen.

Aber ist das wirklich okay? Dass man anstatt mit seinem Kind zu spielen lieber auf einen Bildschirm starrt? Lieber noch den einen Level in Candy Crush zu Ende spielt, als sein Kind anzufeuern, wenn es alleine auf die Rutsche klettert? Noch schnell dies eine Schwein mit dem Vogel vom Haus ballern, anstatt da zu sein, wenn der Sohn von der Schaukel fällt?

In anderen Worten, bin ich echt so allein damit, dass ich lieber mein Kind ansehe als mein Smartphone? (Uns ja, ich hab eines, und ich schau viel drauf und spiele VIEL damit – vermutlich zu viel). Aber abgesehen davon…

Ich für meinen Teil gehe gern auf den Spielplatz.

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