Spielzeugwahnsinn #4

Drei Kategorien sind geschafft, und den aufmerksamen Lesern wird aufgefallen sein, dass viele Spielzeuge in mehrere Kategorien fallen. Zum Beispiel ist fast alles in dieser Kategorie auch gleichzeitig K3: Elektrospielzeug. Die Kategorien sind daher recht willkürlich gewählt =) Aber nun zu Teil vier…

 

Musikspielzeug

 

Hiermit ist so ziemlich alles gemeint, was entweder Musik macht oder fürs Musikmachen gedacht ist – Brummkreisel grenzwertig ja, Plastikrohr-auf-Topf nein.

Die meisten Spielzeuge, die Musik oder Geräusche selber erzeugen, sind für das SISS (Spontaneous Interruptive Singing Syndrome oder Plötzliches Singunterbrechungssyndrom) verantwortlich. Es äussert sich dadurch, dass Männer wie ich bei der richtigen Stimulation plötzlich in Gesang ausbrechen. Eine durchschnittliche Unterhaltung sieht dann in etwa so aus:
“Irgendwie hab ich Lust auf Kuchen. Haben wir noch alles da zum-” – ” BACKE BACKE KUUCHEEEN…”
Häufig begleitet vom zuckenden Augenlid – je nachdem wie man seine Krankheit akzeptiert entweder beim Singenden oder beim Zuhörer. Aber wir warten ja auf die Liste, von daher…

1. Musikspielzeug hat meistens einen Lautstärkeregler. Dieser hat drei Einstellungen: Aus, unhörbar und geplatztes Trommelfell. Um komplexes Verhalten des Schalters zu vermeiden ist die “unhörbar”-Option meistens schon nach wenigen Stunden defekt, und oft genug ist auch die AUS-Position sehr schnell blockiert, so dass das Gerät dauerhaft auf maximaler Lautstärke für niemals enden wollenden Spass sorgt.

2. Je komplexer die Bedienung, desto eintöniger die Musik. Ein Spielzeugtelefon hat einen Hörer, 12 Tasten und dementsprechend viel verschiedene Lieder. Ein Musikauto hat 5 Knöpfe, 2 Drehregler, einen Schieberegler und 2 Haupteinstellungen, und schafft es vier verschiedene Lieder absolut gleich klingen zu lassen.

3. Je mehr Musikspielzeug man im Haus hat, desto weniger Lieder sind es. Eigene Erfahrung: als wir nur das Telefon hatten gab es gefühlte zweihundert Lieder, die permanent das Wohnzimmer beschallt haben. Und je mehr Spielzeug dazu kam, desto weniger wurden es. Scheinbar haben sich mittlerweile alle unsere Spielzeuge darauf geeinigt, nur noch schlecht erkennbare Versionen von Backe Kuchen und Fuchs, du hast die Gans gestohlen zu spielen.

4. Die Qualität der Musik ist wirklich grottig. Ich meine, wir haben heutzutage MP3-Player, die Klangqualitäten bringen wie ein großer Orchestersaal und es trotzdem überstehen, wenn ein Auto darüber rollt. Aber Gott bewahre, dass irgendeins dieser dämlichen Spielzeuge auch nur eine einzige qualitativ hochwertige Aufnahme gespeichert hat. Nein, grundsätzlich nur Polyphone (heh.. wer das Wort noch kennt kann auch nicht mehr jung sein) Töne, manchmal mit knackender, rauschender Sprachausgabe.

5. Nicht elektronisch unterstütztes Musikspielzeug wird in 9 von 10 Fällen nicht für seine ursprüngliche Funktion genutzt. Brummkreisel sind wunderbare Abschussrampen für Spielfiguren, Mundharmonika ist eine wunderbare Brücke im Bauklotzland, und eine Trommel ist ein tolles Tablett für die Puppenküche. Auf der anderen Seite ist die Seifenblasentrompete ein wunderbares Musikinstrument: Es kommt genau die Musik die man will UND sie macht Seifenblasen.

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