Allahu akbar?

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Allahu akbar – Gott ist größer.

Allahu Akbar

Worte, die eigentlich die Größe und Güte Gottes darstellen sollen, und demjenigen, der sie spricht, eine Demit vor dem Allmächtigen beibringen sollen. Worte, die Gott ehren und Sein Wort in die Welt tragen sollen. Kurz gesagt: gute Worte.

 

Doch was wiIblisrd daraus? Ein Schlachtruf, der in den Herzen und Geistern von nicht-Muslimen mittlerweile Angst heraufbeschwört, eine Angst um das eigene Leben, und das Gefühl, dass der Gott, um den es sich hier dreht, nicht der gütige Gott ist, der Er sein soll, sondern ein blutrünstiges Monster. Es ist wohl eher das Angesicht Iblis, welches sich in den Gesichtern der Wahnsinnigen widerspiegelt, wenn sie, beflügelt vom Ruf “Allahu Akbar” die Ungläubigen niedermetzeln.

Ich weiss, dass jetzt einige sagen werden “Ja, aber die Christen haben doch auch unter dem Deckmantel der Gottesfurcht zu Hunderttausenden Menschen abgeschlachtet!”. Und es stimmt. Im Nachhinein betrachtet war auch das nichts weiter als der fehlgeleitete Versuch von ein paar Wahnsinnigen ihre eigenen Wertvorstellungen auf die Welt zu übertragen, und alles unter dem Mantel der Rechtschaffenheit und Gottes Gnade. Gibts keine Diskussion. Aber: ist das wirklich eine Rechtfertigung dafür, dass das gleiche jetzt wieder passiert? Nur nicht mit den Worten “Deus Vult!” sondern “Allahu Akbar!”? Sollte man nicht eigentlich gerade dann sagen “Moment mal, das gleiche gab es doch schonmal, vor einigen hundert Jahren… was soll der Mist?” Und auch der Gedanke “es sind nur 10% der Moslems, die radikal sind, dafür muss man uns doch nicht alle verdammen…” – stimmt. Aber es wird passieren. Genau so, wie es mit uns deutschen passiert – aufgrund einer kleinen Gruppe radikaler, und der Tatsache, dass wir uns als Volk nicht gewehrt haben, sind wir nun ALLE abgestempelt als Fremdenhasser, Judenmörder, Kriegstreiber. Und wer weiss wie lange noch. Chinesen sind zwar auch dafür bekannt, dass sie technisch versiert sind, aber in den Augen der meisten Menschen sind Chinesen Menschen, die mit Panzern ihre Studenten überfahren. In den Augen der meisten sind Japaner Kamikaze-Killer. Und so weiter und so fort. Weil es das ist, was bleibt. Und niemand weiss, wie lange es bleibt.

Religion ist, undPapst Franziskus wird es wohl auch noch lange sein, ein Haltepunkt im Leben vieler Menschen. Sie ist eine Stütze bei Angst, eine Hand die hilft, ein Leuchtfeuer in einem Meer aus Unsicherheit. Aber sie ist auch, und wird auch das sein, solange sie existiert, ein massiv manipulativer Faktor. Und hier liegt sowohl Pflicht als auch Gefahr der Religion. Die Katholiken machen es derzeit genau richtig: Papst Franziskus stellt einige der alten Werte auf den Kopf, ändert Regeln und macht Seine Religion wieder interessant und attraktiv. Und dafür verdient dieser Mann den größten Respekt, denn er hat scheinbar verstanden (oder es wurde ihm gesagt?) was nötig ist, um die katholische Kirche nicht untergehen zu lassen.

Wenn doch nur alle Kirchen dazu in der Lage wären, ihre Schäfchen wieder zu begeistern und in ihren Bann zu schlagen. Das würde zumindest etwas helfen, da in den mir bekannten Christlichen, anglikanischen und anderen Kirchen generell Moderation, Toleranz und Nächstenliebe gepredigt wird, und, wenn dort eine Manipulation stattfindet, dann eher eine weg von der Radikalisierung. (Was nicht heissen soll, dass es das nicht GIBT – es ist mir nur nicht bekannt).

Pierre VogelDagegen stehen in manchen Moscheen Hassprediger, die “frische” Gläubige mit ihren Reden verwirren, auf andere Gedanken bringen, und letztendlich, radikalisieren. Ich weiss mit Sicherheit, dass dies funktioniert, denn die gleichen Techniken, die Hassprediger zum radikalisieren benutzen, benutzen Missionare zum missionieren – verwirren, zerschlagen, eine neue Perspektive geben, und diese schön verkleiden. Ich wäre aufgrund solcher Techniken selbst beinahe missioniert worden, und daher maße ich mir an beurteilen zu können, was da passiert, und vielleicht sogar, was dagegen hilft.

Aber all das, was ich dazu sagen könnte, ist irrelevant, solange es genügend Menschen gibt, die Opfer sein können, und, solange es genügend gibt, die Täter sein können. Die Motivation der Täter kann ich nicht beurteilen, diese ist zu vielfältig. Aber was die Opfer angeht…

Die meisten radikalisierten scheinen in ein Muster zu passen, welches sich ganz grob und kurz gefasst auf “problematische Umgebung” eingrenzen lässt – kaum Bildung, keine Perspektive. (Wichtig: nicht ALLE sind so, aber diese Kriterien tauchen scheinbar recht häufig auf). Und seien wir ehrlich: in unserer Gesellschaft, egal ob westlich, östlich, Industrie oder sonstwienation – wo erhalten diejenigen, die so aussehen als gehörten sie zum Rand oder der sozialen Unterschicht, noch irgendein wirkliches Entgegenkommen? Freizeitangebote für Jugendliche? Vereine – kosten Geld. Räume zum Aufhalten, reden, spielen, eventuell sogar feiern? Kann man mieten – kostet auch Geld. Wenn man in alte, verfallene Gebäude einzieht, weil man es zu Hause nicht mehr aushält, wird man Gleichgültigkeitrausgeworfen, weil “das gehört Dir nicht”, setzt man sich an eine Strassenecke wird man beschimpft von guten Bürgern oder von organisierten Bettlern angegriffen, oder aber man wird gleich von der Polizei abgeholt – und unsere Kirchen sind, anders als in Italien – praktisch permanent geschlossen, und kirchliche Einrichtungen brauchen mittlerweile ebenfalls oft genug Geld um dort irgendeine Form von hilfe zu erhalten. Ist es da ein Wunder, wenn solche Leute eingesammelt und radikalisiert werden? Wenn ich in der Situation wäre (was ich glücklicherweise nicht bin) wäre ich vermutlich auch sehr froh, wenn plötzlich eine Gruppe Fremder kommt, und mich nicht angreift sondern mir aufhilft und sagt “Hey, wir helfen Dir!”.

Unsere Gleichgültigkeit, unser fehlendes Mitgefühl, unsere Besessenheit vom eigenen Status Quo und die Überzeugung, dass es jeder schaffen kann, er es will, sind perfekter Nährboden für diese Seuche, die Menschen wie Dreck behandelt, Familien zerfetzt, die Meinungsfreiheit mit Füßen tritt und das Angesicht ihres eigenen Gottes gegen eine lachende Teufel...sfratze austauscht. Und um etwas dagegen zu unternehmen müssen wir nicht “mehr Toleranz gegenüber den Wünschen unserer andersgläubigen Mitmenschen” zeigen, oder “Einwohner mit Migrationshintergrund besser integrieren” – auch wenn das beides nicht negativ ist – nein, dafür müssen wir zuerst auf uns schauen. Was nützt Toleranz gegenüber lesbischen, schwarzen Behinderten, wenn dafür die Mehrheit (und derzeit sind die sozial schwachen, also Hartz-IV Empfänger und Obdachlose wohl die Mehrheit) leiden muss und noch weniger Unterstützung bekommt als sie so schon kriegen?

 

So, wer bis hier durchgehalten hat, darf sich freuen, ich komme nun zum Schluss.

Ihr Moslems, die ihr da seid: kämpft gegen die radikalen. Lasst sie nicht Euer Gesicht sein, wenn die Welt zu Euch blickt. Ihr Radikalen, die ihr da seid: wollt ihr wirklich Allah zu einem Feindbild für die Welt machen, und Seinen Namen im Blut Hunderttausender zu tränken, bis Iblis daraus wird? Macht nicht die Fehler unserer Vergangenheit, und geht einen anderen Weg.

Ihr anderen die ihr da seid: werdet wieder zu Menschen, die andere als Menschen sehen, und nicht als Ärgernis. Teilt die Dinge, die ihr habt – eure Zeit, euer Lächeln, und wenn ihr es über habt, euer Essen, mit denen, die es brauchen. Es kostet nichts und ihr helft damit nicht nur dem einen, mit dem ihr teilt, sondern auch euch selbst. Und mit etwas Glück, auch allen, die es mitbekommen.

-Ponypapa

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